Wie soll sich Rimpar in den kommenden Jahren entwickeln? Was macht den Ort heute lebenswert, wo besteht Handlungsbedarf und welche Ideen haben die Menschen für die Zukunft? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 15 Bürgerinnen und Bürger bei der Auftaktveranstaltung zum neuen Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) in der Alten Knabenschule.
Begleitet wird die Gemeinde bei diesem Prozess vom Planungsbüro Schlicht Lamprecht Kern aus Schweinfurt, das Rimpar bereits seit vielen Jahren kennt und begleitet. Bürgermeister Torsten Keller begrüßte Evi Mohr und Ella Beinhofer vom Planungsbüro, die den Anwesenden den Ablauf und die Zielsetzung des ISEK-Prozesses vorstellten. Sie machten deutlich: Die Entwicklung eines Ortes kann nicht allein am Schreibtisch geplant werden. Die Erfahrungen, Wünsche und Ideen der Menschen vor Ort sind ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts.
Der Blick zurück und nach vorneEin ISEK ist für Rimpar grundsätzlich nichts Neues. Bereits in den Jahren 2000/2001 wurde ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Damals wurden ein Maßnahmenplan und eine Liste mit insgesamt 24 Maßnahmen erstellt. Ein Teil dieser Maßnahmen konnte in den vergangenen Jahren umgesetzt werden, andere wurden verändert, ergänzt oder durch neue Themen ersetzt.
Auch das damalige Sanierungsgebiet wurde auf Grundlage dieses Prozesses festgelegt. Nach über 15 Jahren ist die Laufzeit des bisherigen Sanierungsgebiets nun jedoch begrenzt. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen in Rimpar verändert. Nutzungen haben sich gewandelt, die Bevölkerungsstruktur ist nicht mehr dieselbe wie vor 20 Jahren und Themen wie Klimawandel, Klimaanpassung, Mobilität und Energie haben deutlich an Bedeutung gewonnen.
Das neue ISEK soll deshalb die Grundlage dafür schaffen, dass Rimpar auch künftig Städtebaufördermittel in Anspruch nehmen kann und gleichzeitig eine zeitgemäße Perspektive für die Entwicklung des Ortes erhält.
Bestandsaufnahme als GrundlageDer ISEK-Prozess wird voraussichtlich rund ein Jahr dauern. Zu Beginn steht eine umfassende Bestandsaufnahme. Dabei wird unter anderem untersucht, wie Gebäude genutzt werden, wie Straßen und Verkehrswege funktionieren und welche Einrichtungen und Angebote im Ort vorhanden sind.
Auch statistische Daten fließen in die Untersuchung ein. Dazu gehören beispielsweise Altersstrukturen, Haushaltsgrößen, Gewerbe, Arbeitsmarktdaten sowie klimatische und weitere räumliche Aspekte. Ergänzt wird die Bestandsaufnahme durch Ortsbegehungen, Kartierungen und fotografische Dokumentationen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend in Plänen und Analysen zusammengeführt.
Auf dieser Grundlage soll gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern herausgearbeitet werden, wo Rimpar gut aufgestellt ist und wo Handlungsbedarf besteht. Denn die Planer betonten ausdrücklich: Die Bürgerinnen und Bürger kennen ihren Ort am besten.
Anschließend werden Entwicklungsziele und Leitlinien formuliert. Die zentrale Frage lautet dabei: Wo soll Rimpar in etwa 15 Jahren stehen?
Darauf aufbauend werden konkrete Maßnahmen entwickelt, räumlich verortet, beschrieben und nach ihrer Bedeutung priorisiert. Für die einzelnen Maßnahmen sollen außerdem mögliche Umsetzungszeiträume und Kostenschätzungen dargestellt werden.
Dabei stellte das Planungsbüro auch klar, was ein ISEK nicht ist: Es handelt sich nicht um einen fertigen Bauplan. Vielmehr werden mögliche Projekte und Handlungsfelder gesammelt und priorisiert. Eine Straße oder ein Platz wird durch das ISEK beispielsweise noch nicht abschließend geplant.
Bürgerbeteiligung als wichtiger BestandteilEin zentraler Bestandteil des Prozesses ist die Beteiligung der Bevölkerung. Neben der Auftaktveranstaltung sind im weiteren Verlauf unter anderem eine erste Lenkungsgruppe, eine Online-Beteiligungsplattform, eine Bürgerwerkstatt, eine zweite Lenkungsgruppe, ein möglicher Ortsspaziergang, eine Gemeinderatsklausur sowie eine abschließende Bürgerveranstaltung vorgesehen.
Der Markt Rimpar wird über ihre verschiedenen Kommunikationskanäle regelmäßig über die einzelnen Schritte informieren und zur Beteiligung einladen.
Mit Speed-Dating ins Gespräch kommenNach den Informationen zum ISEK ging es bei der Auftaktveranstaltung schnell vom Zuhören ins aktive Mitmachen. Bei einem sogenannten „Speed-Dating“ kamen die Teilnehmer miteinander ins Gespräch. Für jede Frage stand nur eine kurze Zeit zur Verfügung, bevor die Gesprächspartner wechselten.
Dabei ging es unter anderem um Fragen wie:
• Was gefällt dir an Rimpar?
• Was würdest du verändern, wenn du alle Möglichkeiten hättest?
• Was fehlt dir im Ort?
• Warum lebst du gerne in Rimpar?
• Was ist dein persönlicher Beitrag für den Ort?
Anschließend konnten die Gedanken und Ideen an drei Stationen weiter vertieft und festgehalten werden.
Interesse an der Entwicklung des eigenen OrtesAuch wenn die Gruppe mit rund 15 Personen überschaubar war, zeigte der Abend vor allem eines: Es gibt Menschen in Rimpar, die sich für die Zukunft ihres Ortes interessieren und bereit sind, sich einzubringen.
Dabei geht es nicht nur um große Bauprojekte. Es geht um die Frage, wie Menschen in Rimpar künftig wohnen, sich bewegen, einkaufen, arbeiten, ihre Freizeit verbringen und miteinander in Kontakt kommen können. Es geht um öffentliche Räume, Treffpunkte, Klimaschutz, Versorgung, Mobilität und das Ortsbild und damit letztlich um die Lebensqualität vor Ort.
Mit der Auftaktveranstaltung wurde dafür ein erster wichtiger Schritt gemacht. Die kommenden Monate werden nun zeigen, welche Themen die Bürgerinnen und Bürger besonders beschäftigen und welche Ideen daraus für die weitere Entwicklung Rimpars entstehen.
Der Grundstein ist gelegt, damit sich etwas bewegt.