Bürgerversammlungen 2026 in Rimpar, Maidbronn und Gramschatz

Veröffentlicht: 22.10.2026
Veröffentlicht von: Markt Rimpar
Präsentation Bürgerversammlung 2026

Bürgerversammlungen in Rimpar, Maidbronn und Gramschatz: Gemeinde informiert über aktuelle Projekte und künftige Herausforderungen
Bei den diesjährigen Bürgerversammlungen in Rimpar, Maidbronn und Gramschatz informierte Bürgermeister Torsten Keller über laufende Projekte, geplante Maßnahmen und die finanzielle Situation der Marktgemeinde. Im Mittelpunkt standen die kommunale Infrastruktur, Verkehr und Mobilität, Energie und Klimaschutz, Kinderbetreuung und Seniorenarbeit sowie die zukünftige Entwicklung der Gemeindefinanzen. Im Anschluss hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, Fragen zu stellen, Anregungen einzubringen und ihre Anliegen direkt anzusprechen.

Die Veranstaltungen waren durchweg sehr gut besucht: Bei allen Bürgerversammlungen war das Haus voll, und das Informationsangebot wurde von den Bürgerinnen und Bürgern sehr gut angenommen. Auch der zusätzlich angebotene Livestream stieß auf großes Interesse und erreichte zeitweise nahezu 100 Zuschauerinnen und Zuschauer. 

Einwohnerentwicklung und Altersstruktur

Insgesamt leben rund 8.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Rimpar, Maidbronn und Gramschatz. Die genauen Zahlen können je nach Datengrundlage variieren. 

Ein Blick auf die Altersstruktur zeigt, dass der Großteil der Bevölkerung zwischen 19 und 65 Jahre alt ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft künftig stärker berücksichtigt werden müssen. 

Digitale Angebote im Markt Rimpar

Die Marktgemeinde nutzt verschiedene digitale Kanäle, um die Bürgerinnen und Bürger über aktuelle Entwicklungen, Veranstaltungen und kommunale Themen zu informieren. Dazu gehören die gemeindliche Website, die App sowie die Social-Media-Kanäle Instagram, Facebook und YouTube. Ergänzend stehen digitale Informationsstelen am Rathaus und an der Alten Knabenschule zur Verfügung. Ein eigener WhatsApp-Kanal befindet sich in Vorbereitung und soll das Informationsangebot künftig erweitern.

Auch die Digitalisierung der kommunalen Kommunikation soll weiter vorangebracht werden. So könnten künftig auch die Sitzungen des Marktgemeinderats per Livestream übertragen werden. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Marktgemeinderats.

Ortsentwicklung und Wohnen

Die Entwicklung des Ärztehauses schreitet voran. Gemeinsam mit Steigenberger und der Apotheke soll ein modernes Angebot entstehen, das die medizinische Versorgung vor Ort langfristig stärkt. Ziel ist es, Arzt und Apotheke in der Gemeinde zu halten. Auch für die Frage, wie künftig mit leerstehenden Ladenflächen in der Ortsmitte umgegangen werden kann, sollen Lösungen gefunden werden.

Bei den Baugebieten sind die verfügbaren Flächen begrenzt. In Rimpar stehen derzeit noch vier Bauplätze zur Verfügung, während in Gramschatz aktuell keine gemeindlichen Bauplätze vorhanden sind.

Darüber hinaus führt die Gemeinde Gespräche mit zwei Investoren über Projekte an unterschiedlichen Standorten. Dabei geht es sowohl um seniorengerechtes Wohnen und Angebote für Menschen mit Demenz als auch um klassischen Wohnungsbau. Die Vorhaben befinden sich noch in einem frühen Stadium. Die Gemeinde sieht ihre Aufgabe vor allem darin, Entwicklungen zu begleiten und Kontakte zu vermitteln; als Bauträger tritt sie dabei nicht auf.

Glasfaserausbau und kommunale Infrastruktur

Der Glasfaserausbau in Rimpar, Maidbronn und Gramschatz ist offiziell abgeschlossen. Wer bislang keinen Anschluss genutzt hat, kann einen solchen grundsätzlich noch nachträglich beauftragen, allerdings nicht mehr kostenfrei. Bürgermeister Torsten Keller verwies darauf, dass es sich um ein Bauvorhaben der Telekom handelt und diese für die Ausführung sowie die Gewährleistung verantwortlich ist.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Sanierung der Straßen und Kanäle. In der Weinbergstraße wurden in den vergangenen Jahren nur kleinere Reparaturen vorgenommen. Ursprünglich war vorgesehen, jährlich eine Straße zu sanieren. Aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen ließ sich dieser Plan jedoch nicht umsetzen. Der Bauhof erfasst derzeit den Zustand der Straßen im Gemeindegebiet. Dabei muss auch der Zustand der darunterliegenden Kanäle berücksichtigt werden, der sich nicht allein durch eine oberflächliche Begutachtung feststellen lässt.

Die Gemeinde steht vor erheblichen Aufgaben bei Straßen, Wegen, Kanalisation und Wasserversorgung. Bürgermeister Torsten Keller machte deutlich, dass diese Herausforderungen nur mit einer langfristigen Planung und einer schrittweisen Umsetzung bewältigt werden können. Ergänzungsbeiträge und Anpassungen von Gebühren könnten dabei künftig notwendig werden.

Verkehr und Mobilität

Die Westumgehung Rimpar bleibt eines der zentralen Verkehrsthemen. Ein Planfeststellungsbeschluss liegt bislang nicht vor. Auch die weitere Planung und die Finanzierung sind noch offen. Die zuletzt vorliegenden Kostenschätzungen belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro netto; die tatsächliche Höhe möglicher Fördermittel ist noch nicht gesichert.

Die Verwaltung ist durch die Vielzahl laufender und geplanter Projekte personell stark beansprucht. Deshalb soll der Marktgemeinderat entscheiden, welche Vorhaben künftig Priorität erhalten und welche Projekte gegebenenfalls zurückgestellt werden müssen. Die Westumgehung sowie weitere größere Verkehrsprojekte sollen im Rahmen dieser Gesamtbetrachtung bewertet werden.

Die Verkehrsberuhigung in der Günterslebener Straße wurde positiv aufgenommen. Sowohl aus der Bürgerschaft als auch von Anwohnern gibt es erfreuliche Rückmeldungen. Die Maßnahme soll weiter beobachtet werden; eine dauerhafte Lösung erscheint nach derzeitigem Stand wahrscheinlich.

Auch die Verkehrssituation im Bereich der Matthias-Ehrenfried-Grundschule wurde angesprochen. Der dortige Zebrastreifen wird gut angenommen. Zudem hält sich der Elternverkehr nach bisherigen Beobachtungen weitgehend an die vorgesehenen Parkregelungen. Für die Austraße werden weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssituation geprüft. Hierzu gehören auch Überlegungen, Parkflächen zu markieren, um dauerhaftes Parken einzuschränken. Eine Rückmeldung des Landratsamtes steht noch aus.

Ein Antrag auf Tempo 30 in der Niederhoferstraße wurde ebenfalls gestellt; eine Antwort des Landratsamtes liegt bislang nicht vor. Darüber hinaus bereiten die Geschwindigkeiten an den Ortseingängen und die Parksituation in der Günterslebener Straße Anlass zur Sorge. Die Themen sollen im Marktgemeinderat weiter beraten werden. Der Einbahnring und eine mögliche Verbreiterung der Niederhoferstraße zählen zu den größeren anstehenden Verkehrsprojekten.

Beim Radverkehr wurden weitere Fortschritte erzielt. Ein neuer Rundweg durch den ILE-Verbund Würzburger Norden wurde ausgeschildert. Insgesamt umfasst das Radwegenetz auf dem Gemeindegebiet rund 88 Kilometer. Als problematisch gilt weiterhin die Verbindung in Richtung Unterdürrbach. Da es sich dort nicht um einen offiziellen Radweg handelt, sind Fördermöglichkeiten eingeschränkt. In den kommenden Jahren dürften deshalb vor allem kleinere Ausbesserungen und punktuelle Verbesserungen möglich sein.

Energie, Klimaschutz und Umwelt

Ein bedeutendes Projekt ist die Agri-Photovoltaikanlage in Gramschatz, die bereits Strom erzeugt und Einnahmen für die Gemeinde ermöglicht. Die Flächen bleiben dabei grundsätzlich landwirtschaftlich nutzbar. Die Gemeinde hat einen Anteil von 500.000 Euro erworben. Ursprünglich war vorgesehen, eine Bürgerenergiegenossenschaft zu gründen. Da sich der Anteil dafür als zu klein erwies, wurde ein anderer Weg eingeschlagen: In der jüngsten Finanzausschusssitzung wurde die Gründung einer Stiftung beschlossen. Die ersten Erträge aus der Agri PV - Anlage sollen in diese Stiftung fließen und damit langfristig dem Gemeinwohl zugutekommen.

Auch die Windenergie spielt eine wichtige Rolle. Sowohl in Rimpar als auch in Gramschatz werden entsprechende Projekte verfolgt. In Gramschatz liegt bereits eine genehmigte Planung vor. Die Gemeinde bemüht sich darum, weitere geeignete Flächen einzubeziehen, damit auch die Kommune und die Grundstückseigentümer von der Entwicklung profitieren können. In Rimpar werden ebenfalls mögliche Flächen für Windkraftanlagen geprüft. Neben Pachteinnahmen für Grundstückseigentümer können die Anlagen langfristig Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde ermöglichen.

Für die vier Nahwärmenetze – zwei in Rimpar sowie jeweils eines in Maidbronn und Gramschatz – sucht die Gemeinde nach einer langfristig tragfähigen Betriebsstruktur. Ein regionaler Partner hat bereits Interesse signalisiert. Im Gespräch sind insbesondere die Betriebsführung und eine mögliche Verpachtung der Netze. Die Abrechnung könnte dadurch künftig fachkundig übernommen werden und die Verwaltung entlasten.

Auch darüber hinaus setzt die Gemeinde auf Klimaschutz. Die Straßenbeleuchtung wurde vollständig auf LED umgestellt. Bei Sanierungen werden energetische Aspekte berücksichtigt, und die Nahwärmenetze nutzen Holz aus dem gemeindlichen Wald. Hinzu kommen Aktionen wie das STADTRADELN.

Die Pflege von Grünflächen und die Schaffung zusätzlicher Begrünungsbereiche bleiben ebenfalls Ziele der Gemeinde. Anregungen aus der Bürgerschaft, etwa zu kleinen grünen Aufenthaltsbereichen mit Sitzgelegenheiten, sollen auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.

Wasserversorgung und Wald

Die Wasserversorgung bleibt eine wichtige Zukunftsaufgabe. Der Wasserverbrauch in Rimpar ist abgesehen von den Ausschlägen während der Corona-Zeit weitgehend stabil. In den Brunnen bestehen Reserven, die grundsätzlich eine höhere Eigenversorgung ermöglichen könnten. Angesichts zunehmender Hitzeperioden müssen diese Reserven jedoch auch für die Zukunft berücksichtigt werden. Fernwasser ist eine mögliche Ergänzung, allerdings mit deutlich höheren Kosten verbunden.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern die erhöhten Nitratwerte im Trinkwasser. Die Gemeinde setzt auf Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Landwirten und hofft, dass diese langfristig zu einer Verbesserung führen. Wann sich die Maßnahmen konkret auswirken, ist derzeit noch nicht sicher. Das Wasser ist nach den vorliegenden Angaben nicht für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet. Die Entwicklung der Wasserqualität bleibt deshalb ein wichtiges Thema.

Der gemeindliche Wald umfasst rund 722 Hektar und zählt damit zu den großen kommunalen Waldbeständen. Die wirtschaftliche Entwicklung ist positiv: In den vergangenen Jahren konnten zunehmend Überschüsse erzielt werden. Gleichzeitig muss die zukünftige Organisation der Waldwirtschaft geklärt werden. Derzeit arbeiten Beschäftigte des Bauhofs sowie externe Kräfte im Wald. Die Gemeinde prüft, ob die bisherige Struktur beibehalten und entsprechend ausgestattet oder die Bewirtschaftung künftig vollständig an einen Fachbetrieb übertragen werden sollte. Auch der Zustand der Waldwege wurde aus der Bürgerschaft kritisch angesprochen.

Bildung, Kinderbetreuung und Jugendarbeit

Die Grundschule hat sich am neuen Standort bewährt. Die Schülerzahlen steigen, sodass möglicherweise bereits im kommenden Schuljahr eine vierte Eingangsklasse erforderlich wird. Die räumlichen Voraussetzungen sind dafür nach aktuellem Stand gegeben. Die Umbaukosten belaufen sich derzeit auf rund 2,15 Millionen Euro. Weitere Maßnahmen betreffen den Lärmschutz und kleinere Rohrsanierungen.

Auch bei der Kinderbetreuung sieht sich die Marktgemeinde grundsätzlich gut aufgestellt. Familien können einen Betreuungsplatz erhalten, gegebenenfalls allerdings nicht in ihrer Wunscheinrichtung. Im Bereich der Schlossmühle ist eine Umgestaltung für die Schulkindbetreuung vorgesehen. Der Baubeginn steht noch aus, da die Fördermittelbescheide bislang nicht vorliegen. Für mögliche Übergangszeiten hat die Gemeinde alternative Lösungen vorbereitet. Durch die gewählte Umbauplanung soll außerdem die Möglichkeit erhalten bleiben, die Räume bei Bedarf wieder als Kindergarten zu nutzen.

Das Jugendzentrum in Rimpar ist wieder geöffnet und wird unter der Betriebsführung der AWO gut angenommen. Das Angebot soll entsprechend dem Bedarf weiterentwickelt werden. Das Jugendzentrum in Gramschatz wird weiterhin in eigener Trägerschaft im Bürgerhaus betrieben. Auch das Hüttendorf wird fortgeführt, im kommenden Jahr allerdings eine Woche später, in der zweiten und dritten Ferienwoche. Dadurch wird eine zusätzliche Woche der Ferienbetreuung abgedeckt. Die Jugendsozialarbeit an der Schule und der Familienstützpunkt ergänzen das Angebot. 

In der Bürgerversammlung wurde zudem der Wunsch nach weiteren Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche geäußert, etwa einem Soccer-Court, einem Skateplatz oder Flächen für Basketball. Die Gemeinde möchte gemeinsam mit den Jugendlichen prüfen, welche Angebote sinnvoll und realisierbar sind. Ein möglicher Standort hinter der Metzgerei Hollerbach ist dabei unter anderem wegen des Lärmschutzes zu prüfen. Auch die Idee eines Kinder- oder Jugendparlaments wurde als Möglichkeit angesprochen, junge Menschen stärker an der Entwicklung ihres Wohnortes zu beteiligen.

Seniorenarbeit und gesellschaftliches Engagement

Der Seniorenrat leistet weiterhin wichtige Arbeit für die älteren Bürgerinnen und Bürger. Zu seinen Angeboten gehören unter anderem das Tanzcafé und Hilfestellungen bei Fragen rund um Smartphones und digitale Anwendungen. 

Diskutiert wurde die Entscheidung, bei zu wenigen Kandidatinnen und Kandidaten auf eine aufwendige Wahl zu verzichten. Aus der Bürgerschaft kam hierzu deutliche Kritik, da eine Wahl als wichtige demokratische Legitimation angesehen wird. Bürgermeister Torten Keller erläuterte, dass die Entscheidung gemeinsam mit dem Seniorenrat und dem Marktgemeinderat getroffen worden sei und keinesfalls dessen Abschaffung bedeute. Der Seniorenrat bleibe ein wichtiges Gremium für die Interessenvertretung älterer Menschen.

Auch der Weltladen wurde gewürdigt. Die Marktgemeinde erhält nach zehn Jahren erneut die Auszeichnung als Fairtrade-Kommune. Die Zertifizierungsfeier findet im Rahmen des 5 jährigen Jubiläums des Weltladens statt. Bürgermeister Torsten Keller dankte dem engagierten Team und warb dafür, das Angebot vor Ort zu nutzen. Der Weltladen wird als Verein eigenständig getragen und leistet einen wichtigen Beitrag zum fairen Handel.

Stiftung für das Gemeinwohl

Mit der neu beschlossenen Stiftung möchte die Gemeinde langfristig zusätzliche Möglichkeiten schaffen, um soziale und gemeinnützige Projekte zu unterstützen. Der Stiftungszweck ist bewusst breit angelegt: Er reicht von der Förderung örtlicher Vereine und sozialer Initiativen bis hin zur Unterstützung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Die ersten Erträge aus der Beteiligung an der Agri-Photovoltaikanlage in Gramschatz sollen der Stiftung zugutekommen. Über die Verwendung der Mittel entscheidet ein Stiftungsrat. Dadurch soll eine klare Trennung zwischen den Aufgaben des Marktgemeinderats und den Entscheidungen der Stiftung gewährleistet werden.

Eine Informationsveranstaltung ist für den 10. November 2026 um 20 Uhr in der Alten Knabenschule angekündigt. Bürgerinnen und Bürger können sich durch Spenden, eigene Ideen und die Unterstützung der Stiftung einbringen. Die offizielle Gründung soll im Rahmen der Dorfweihnacht erfolgen. Ziel ist es, ein dauerhaftes Instrument zu schaffen, das auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten wichtige Projekte im Gemeindegebiet ermöglichen kann.

Finanzen und Ausblick

Bei den Gemeindefinanzen verwies Bürgermeister Torsten Keller auf eine grundsätzlich solide Entwicklung, zugleich aber auf steigende Belastungen. Die Einkommensteuerbeteiligung entwickelt sich kontinuierlich positiv, während die Gewerbesteuer stärkeren Schwankungen unterliegt. Für die Gemeinde ist deshalb ein stabiler, breit aufgestellter Mittelstand von besonderer Bedeutung. In Gramschatz wird zudem über die Möglichkeit eines kleineren Gewerbegebiets für örtliche Betriebe nachgedacht; konkrete Planungen stehen jedoch noch am Anfang.

Die größten Ausgabenblöcke bleiben die Personalkosten und die Kreisumlage. Der Markt Rimpar beschäftigt derzeit 144 Mitarbeitende, wobei die Kinderbetreuung den größten Bereich ausmacht. Die Kreisumlage dürfte weiter steigen. Gleichzeitig stehen hohe Investitionen in Straßen, Kanäle, Verkehr und weitere kommunale Einrichtungen an.

Erfreulich ist, dass der Schuldenstand zuletzt nicht weiter gestiegen ist. Für das Jahr 2025 wurde eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1.478 Euro genannt, was einem Rückgang um 26,3 Prozent entspricht. Sofern keine unerwarteten wirtschaftlichen Belastungen eintreten, könnte die Verschuldung künftig stärker sinken. Allerdings führen auslaufende zinsfreie Darlehen zu höheren Zinsbelastungen.

Angesichts der bevorstehenden Investitionen wird die Gemeinde auch ihre Einnahmemöglichkeiten überprüfen müssen. Dabei stehen unter anderem die Aktualisierung teilweise veralteter Gebührenordnungen und die Prüfung weiterer Einnahmequellen im Raum. Ziel bleibt, die finanzielle Handlungsfähigkeit langfristig zu sichern und notwendige Sanierungen nicht weiter aufzuschieben.

Projekte in den Ortsteilen

In Gramschatz wurde das neue Feuerwehrhaus bereits in Empfang genommen. Weitere Vorhaben betreffen kleinere Umbauarbeiten im Kindergarten, einen Zuschuss für die Orgel, punktuelle Straßenreparaturen und das Ausbaggern des kleinen Sees. Auch die Verkehrssituation an den Ortseinfahrten wurde angesprochen.

In Maidbronn wurde die Steigstraße kürzlich im Zusammenhang mit Arbeiten an der Fernwasserleitung wieder asphaltiert. Anstehend ist die Erneuerung der Elektrik in der Sakristei. Ein wichtiges Thema bleibt der Verkehr aus Richtung Estenfeld, insbesondere im Hinblick auf querende Schulkinder aus dem Baugebiet Bickelsgraben. Zudem wurden schadhafte Straßen und der Hochwasserschutz thematisiert. Die Brücke in der Riemenschneiderstraße muss langfristig erneuert werden. Bis dahin sollen Möglichkeiten geprüft werden, die Belastung der Brücke zu reduzieren. Auch ein neues Feuerwehrfahrzeug für Maidbronn ist vorgesehen.

Für Rimpar bleiben neben den großen Verkehrs- und Sanierungsprojekten (Einbahnring, etc.) weitere Vorhaben auf der Agenda. Dazu gehört langfristig auch die Gemeindebücherei. Bürgermeister Torsten Keller sieht hierfür weiterhin Perspektiven, allerdings dürfte zunächst das Verkehrskonzept Vorrang haben. 

Fragen, Anregungen und Anliegen aus der Bürgerschaft

In den anschließenden Diskussionen wurden zahlreiche konkrete Anliegen angesprochen. Dazu zählten der Zustand einzelner Straßen, sowie die Parksituationen. Bei einer möglichen Ersterschließung von Straßen betonte Bürgermeister Torsten Keller, dass die Anlieger frühzeitig einbezogen werden sollen, da damit erhebliche Kosten verbunden sein können.

Weitere Wortmeldungen betrafen die Beleuchtung der Mühlwiese, die Pflege von Hecken und Grünflächen, die Sauberkeit und den Zustand der Waldwege sowie wiederkehrende Beschädigungen an öffentlichen Toiletten und am Kobel. Bürgermeister Torsten Keller sagte zu, die angesprochenen Themen im Rahmen der Möglichkeiten weiterzuverfolgen.

Auch die Wünsche nach mehr Angeboten für Jugendliche und nach attraktiven Aufenthaltsbereichen im öffentlichen Raum wurden aufgenommen. Anregungen zur Begrünung und zur Schaffung kleiner grüner Oasen mit Sitzgelegenheiten sollen geprüft werden.

Die Bürgerversammlungen machten deutlich, dass in Rimpar, Maidbronn und Gramschatz zahlreiche wichtige Aufgaben anstehen. Die Gemeinde will diese schrittweise und nach Priorität angehen. Dabei gilt es, die Lebensqualität in allen Ortsteilen zu erhalten, die Infrastruktur zu modernisieren und gleichzeitig die finanzielle Leistungsfähigkeit der Marktgemeinde langfristig zu sichern.

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