Markt Rimpar

„Schutzinseln“ im Markt Rimpar als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Notlage

Man sieht sie schon an vielen Geschäften und Häusern in Rimpar, Gramschatz und Maidbronn, die „Schutzinsel“ – Logos. Sie sagen schutz- und unterstützungsbedürftigen Kindern und Jugendlichen, dass sie hier Hilfe in Notlagen bekommen. Hat ein Kind seinen Schlüssel nicht dabei, sein Handy vergessen und kann seine Eltern nicht anrufen, hat es sein Geld oder Busticket vergessen, hat das Fahrrad einen Platten, regnet oder gewittert es gerade, fühlt sich das Kind verfolgt und sucht Schutz, genau dann sind diese „Schutzinsel“ – Stellen ein Anlaufpunkt. Die Mitarbeiter der Einrichtungen schicken die Kinder nicht weg, sondern kümmern sich in einem kurzen Gespräch um ihre Anliegen.
Die Initiatoren der „Schutzinseln“ im Markt Rimpar waren der Sozialpädaoge Lutz Dieter, Gaby Fischer und Alexandra Stumpf vom Hort Tintenklecks, Alexander Kager von der Wasserwacht Rimpar sowie Christoph Dekant, der Vorsitzende des KiJuRim. Bereits im Oktober 2020 stellten sie in Gesprächen bei verschiedenen Anlässen fest, dass sie die gleichen Gedanken und Ideen bezüglich der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen haben. „Wir wollen zeigen: wir machen uns für Kinder stark. Rimpar ist für seine Kinder da“, so Gaby Fischer. „Wir wollen ein Gefühl des Willkommenseins für die Kinder schaffen“, drückt es Alexander Kager aus. Im Dialog mit Bürgermeister Bernhard Weidner, der das Projekt von Anfang an unterstützte, wurde das Vorhaben schon bald in die Tat umgesetzt. Bereits Anfang Juli fand die Auftaktveranstaltung statt, die bei den Betrieben und Organisationen großen Zuspruch fand. Die Verantwortlichen verschickten E-Mails, veröffentlichten Aufrufe im Mitteilungsblatt und schrieben auch persönliche Briefe, so dass es gelang noch im gleichen Monat die ersten „Schutzinseln“ zu installieren.

Zu erkennen sind sie am Logo, dass vom Waldbüttelbrunner Sozialpädagogen Michael Langenhorst zusammen mit einem Graphikdesigner erstellt wurde und von allen beteiligten Gemeinden genutzt wird. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden das gleiche Logo zu verwenden“, so Dieter. „So ist sichergestellt, dass die Kinder und Jugendlichen auch in einem anderen Ort im Landkreis wissen – hier kann ich mich melden. Ursprünglich stammt die Idee vom Kinderschutzbund in Soest. Laut dem Sozialpädagogen habe inzwischen 17 Gemeinden im Landkreis Würzburg dieses Projekt, ausgehend von Waldbüttelbrunn, übernommen. Die Vernetzung und der Austausch untereinander sind sehr wichtig, sind sich die Verantwortlichen einig. Durch sie können u.a. Weiterbildungslehrgänge für die Multiplikatoren effektiver organisiert werden.

Insgesamt beteiligen sich derzeit um die 30 Geschäfte und Einrichtungen in Rimpar, Gramschatz und Maidbronn an dem Projekt. Schutzinseln können Ladenlokale, Restaurants, Büchereien und öffentliche Institutionen sein. Wer die Aktion unterstützen möchte kann sich gerne an den Sozialpädagogen Lutz Dieter (lutz.dieter@rimpar.de) wenden. Man erhält dann ein Schreiben mit einigen Anregungen, wie man sich den Kindern gegenüber verhalten kann, sowie das Schutzinsel-Logo, welches an einer gut einsehbaren Stelle im Schaufenster, der Türe oder einer sonst geeigneten Fläche angebracht wird. Die Beteiligung an dem Projekt ist für die Betriebe und Einrichtungen kostenlos und löst keine weitergehenden Verpflichtungen aus.

Die verschiedenen Anlaufstellen im Markt Rimpar sind:
Autohaus Emmerling, Metzgerei Erk, Sparkasse Mainfranken, Haustechnik Zürrlein, VR-Bank Würzburg, Gartenbau Reitzenstein, Schlossgaststätte Rimpar, Rewe-Markt Glemser, EDV- und Technik-Service Voll, Wolfgang Philipp e.K., Daniela Kölle, Commod GmbH&Co. KG,Maxl Bäck, Krankengymnastik Gütling, FFW Gramschatz, KiGa Waldgeister, KiGa Rappelkiste, KiGa Kunterbunt, KiHo Tintenklecks, KiHo Rimparer Strolche, KiGa St. Afra Maidbronn, Bayerisches Rotes Kreuz/Wasserwacht, JUZ Rimpar, Gemeindejugendarbeit Markt Rimpar, Dr. med dent P. Sitzmann, Dr. med Andreas Meyer, Drs. Steigenberger/Donner, Dr. med dent Angelika Sturm, KiGa St. Johannis Gramschatz, Bücherei/Pfarrhaus Gramschatz.

Sie sind auch auf der JugendApp bzw. YoungApp unter der Rubrik „Schutzinseln“ auf der Karte zu sehen. „Für die Schulanfänger wäre es z.B. eine gute Idee, wenn die Eltern beim Schulwegablaufen gleich auf die verschiedenen „Schutzinseln“, die auf dem Weg liegen hinweisen würden, so haben die Kinder ein sicheres Gefühl und wissen, wo sich im Bedarfsfall hinwenden können“, so Alexandra Stumpf vom Hort Tintenklecks.

Eine rundum gelungene Idee zum Schutz und Wohle unserer Kinder und Jugendlichen, darin sind sich alle einig.