Infos zur Unterbringung von Asylbewerbern in Rimpar vom 22.07.2015 10:30 Uhr


Aktuelle Informationen des Marktes Rimpar
Unterbringung von Asylbewerbern in der "Turnhalle Neue Siedlung"


Lieber Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Turnhalle Neue Siedlung in Rimpar wurde bei einem Ortstermin mit den Verantwortlichen im Landratsamt als Notunterkunft für die Flüchtlingsunterbringung im Notfallplan der Regierung von Unterfranken vorgesehen.

Wegen des stark angestiegenen Zustroms an hilfesuchenden Menschen ist der Notfallplan nun in Kraft getreten. Ab Donnerstag, den 23. Juli 2015 werden vorübergehend für den einmaligen Zeitraum von bis zu sechs Wochen bis zu 80 Menschen in der gemeindlichen Turnhalle untergebracht. Dass die Unterbringung auf sechs Wochen beschränkt ist, wurde in mehreren Gesprächen mit Landrat Eberhard Nuß bestätigt. Wer in Rimpar eine vorübergehende Heimstatt findet entscheidet das Landratsamt. Uns liegen darüber derzeit keine Informationen vor, aus welchen Herkunftsländern die Flüchtlinge stammen, welches Alter oder welches Geschlecht sie haben. Dies bleibt abzuwarten. Sobald wir Näheres wissen, werden wir Sie selbst verständlich darüber informieren. Da es einige Nachfragen gab, möchte ich in diesem Rahmen darauf hinweisen, dass alle Flüchtlinge vor ihrer Ankunft in Rimpar einen Gesundheitscheck durchlaufen. Die Flüchtlinge werden nach ihrer Ankunft und Registrierung Schritt für Schritt auf andere Gemeinschaftsunterkünfte verteilt.

Die Turnhalle selbst wurde zwischenzeitlich mit Unterstützung des gemeindlichen Bauhofs, des Hausmeisters und der BRK-Wasserwacht OG Rimpar von den Hilfsorganisationen Johannitern, den Maltesern und dem Roten Kreuz, die auch für die Verpflegung sorgen, mit Betten ausgestattet. Ein Sicherheitsdienst wird rund um die Uhr vor Ort sein und für die Sicherheit in und an der Halle sorgen. Tagsüber sind stundenweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes vor Ort und stehen den Asylbewerbern zur Seite.

Die Halle steht der Öffentlichkeit für die Dauer von sechs Wochen nicht mehr zur Verfügung. Somit kann die Turnhalle von den Schulen und den örtlichen Vereinen nicht genutzt werden. Da die Sommerferien bald beginnen, sind die Auswirkungen auf den Sportbetrieb überschaubar. Die Vereine wurden bereits über den Sachverhalt informiert.

Nachdem es einige Fragen gab, möchte ich Ihnen auf diesem Wege mitteilen, dass die Gemeinde vom Landratsamt für die Turnhalle eine Miete bekommt. Alle Kosten für Unterkunft, Verpflegung und andere Dinge werden vom Landratsamt übernommen. Mögliche Schäden werden im Nachgang vom Landratsamt Würzburg ersetzt.

Auch zahlreiche andere Gemeinden im Landkreis haben schon Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften und dezentralen Einrichtungen beherbergt. Das Landratsamt ist bei der Suche nach Notunterkünften schwerpunktmäßig an Gemeinden herangetreten, die bisher keine Asylbewerber in der Gemeinde haben. Nachdem die Bewältigung der Flüchtlingswelle eine gesamtgemeinschaftliche Aufgabe ist, hat sich der Markt Rimpar dazu entschlossen, freiwillig am Notfallplan mitzuwirken. Das Landratsamt hätte die Gemeinde im Eilfall aber auch zur Aufnahme verpflichten können.

Es wurde auch angefragt, ob es jetzt öfters zur notfallmäßigen Unterbringung in Rimpar kommt. Hierzu kann ich sagen, dass davon nicht auszugehen ist. Da die Gemeinde Rimpar aktuell Ihren Anteil an der Bewältigung des Notfallplans beiträgt, stehen nun die anderen Kommunen in der Zukunft in der Pflicht. Mit einer erneuten Unterbringung in naher Zukunft ist daher nicht zu rechnen.

Sollte es weitere wichtige Informationen geben, werden sie auf unserer Homepage veröffentlicht.

Uns hat die Meldung erreicht, dass Kleiderspenden benötigt werden, da die Menschen nach ihrer beschwerlichen Flucht nichts außer den Kleidern, die sie tragen, haben werden. Auch gut erhaltene Kuscheltiere, Gesellschafts- oder Kartenspiele können im Bürgeramt in der Gemeinde oder am Bauhof in der Kettelerstraße zu den jeweiligen Öffnungszeiten abgegeben werden. Für die Dauer der Unterbringung der Asylbewerber in Rimpar werden auch kurzfristig funktionsfähige und verkehrssichere Fahrräder gesucht. Wer ein solches übrig hat, bitte im Rathaus Bescheid geben – wir kümmern uns dann durch den Bauhof um die Abholung.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen, die ihre Hilfe spontan zugesagt haben. Wir kommen gerne darauf zurück! Mein Dank geht auch an den Hausmeister der Turnhalle, den Mitarbeitern des Bauhofs, sowie den Schulen und Vereinen für ihre schnelle Mithilfe und tatkräftige Unterstützung. Danke auch an die Vereine, die den kurzfristigen Ausfall ohne Zögern hingenommen haben.

Wenn auch Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, sich einbringen möchten, können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen unter 09365 8067-0 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Viele Anrufe zeigen uns, dass es innerhalb der Bevölkerung gewisse Ängste in dieser Angelegenheit gibt. Doch die Gemeinde, das Landratsamt und ich werden unser Möglichstes tun, dass der Aufenthalt der Flüchtlinge in Rimpar so reibungslos wie möglich von Statten geht. Dabei stehe ich immer in engem Kontakt mit dem Landratsamt, den Hilfsorganisationen und den Gemeinderatsfraktionen.

Die kurzfristige Unterbringung von asylsuchenden Menschen in unserer Gemeinde sehe ich als Teil des gesamtgesellschaftlichen Auftrags und humanitären Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Flüchtlingskrise an. Auch der Markt Rimpar möchte mit der Bereitstellung der Turnhalle dabei Hilfe leisten. Wir gehen davon aus, dass wir dabei auf das Verständnis der Bevölkerung und deren Solidarität für die hilfesuchenden Menschen zählen können.

Ich danke allen freiwilligen Helfern für die bereits jetzt entgegengebrachte großartige Hilfsbereitschaft und Solidarität. Lassen Sie uns diese Herausforderung gemeinsam meistern und die Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen. Lassen Sie uns zeigen, dass Rimpar eine offene Gemeinde ist, die Menschen in Not hilft.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Burkard Losert
1.Bürgermeister