Markt Rimpar

Er ist optimal an der A7 gelegen der Lagerplatz Erbshausen West, auf dem jüngst die Holzsubmission der Forstbetriebsgemeinschaft Rimpar stattfand. Er ist einer von sieben in Unterfranken. Schon bei der Anfahrt an den Lagerplatz beeindruckten die mächtigen Stämme aus dem Rimparer Gemeindewald, die den Weg in die Submission gefunden haben. Dabei handelt es sich um ein forstwirtschaftliches Verkaufsverfahren, bei dem insbesondere wertvolles Roholz an den Meistbietenden veräußert wird. Dies erfolgt nicht in Form einer öffentlichen Versteigerung, sondern in Form schriftlicher Angebote. Die Vorarbeiten hierzu erfolgten schon im letzten Sommer, denn zu diesem Zeitpunkt hieß es für den Rimparer Förster Philipp Stamm vom Forstunternehmen Reith die Bäume im Wald zu begutachten. Da man nicht in den Stamm schauen kann, muss man genau auf die Baumkronen schauen. Trägt der Baum dort noch Laub oder sieht es eher schlecht aus? War das Laub trocken, wurden die Bäume entsprechend gekennzeichnet, denn das ist der richtige Zeitpunkt zum Fällen. Der Baum ist schon geschädigt, aber der Stamm meist noch intakt und man kann einen guten Preis erzielen. Die Rimparer Waldarbeiter Michael Hoffmann und Kevin Grömling haben die z.T. 35 m hohen Eichen und die Kirsche dann gefällt - einige nach der Schätzung von Förster Philipp Stamm ca. 150 -200 Jahre alt. Wie Michael Hahn vom AELF berichtet, werden die gefällten Bäume von unten nach oben zu 25 Prozent als Wertholz, u.a. für Furniere, Fässer und Möbel, zu 25 Prozent u.a. als Parkettholz und zu 50 Prozent als Kronenholz für Brennholz verwendet.

Zur Submission wird der untere Stammteil des Wertholzes genommen. Die Stämme werden gesäubert und „aufgehübscht“ und dann entlang des Weges am Lagerplatz aufgereiht und mit einer Stammnummer versehen. In einem Losverzeichnis hat der Geschäftsführer der FBG Rimpar Burkard Losert alle Stammnummern, die Baumart, Länge, Durchmesser und den Inhalt in Festmetern festgehalten. Das Losverzeichnis wurde auf der Homepage des FVU mit Sitz in Hofheim veröffentlicht, wo die Interessenten dann die Listen herunterladen und ihre Angebote verschlüsselt digital abgeben konnten. Von Seiten der FVU ist angedacht, das Verfahren ab der kommenden Submissionsperiode im Herbst 2023 nur noch digitalisiert durchzuführen. Das Losverzeichnis wurde auch europaweit an potentielle Kunden, wie Furnierwerke oder Fassproduzenten, verschickt. Alle Interessenten konnten das angebotene Holz dann in einem Zeitraum von acht Wochen am Lagerplatz besichtigen. Die Preisvorstellungen sind dabei in der Regel in Euro pro Festmeter anzugeben. Am Submissionstag wurden dann die Gebote im Beisein der Bieter verlesen. Nach Auswertung der Gebote erhielt der jeweils Meistbietende den Zuschlag für ein Los.

Insgesamt wurden bei der Submission 30 Stämme aus dem Rimparer Gemeindewald, 29 Eichen und eine Kirsche verkauft. Mit einem Erlös von ca. 35.000 Euro für fast 47 Festmeter liegt man hier über dem Durchschnitt, freuten sich die Leiterin des AELF Elfi Raunecker, Geschäftsführer der FBG Rimpar Burkard Losert, Rimpars Bürgermeister Bernhard Weidner und Rimpars Förster Philipp Stamm.

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Beeindruckt machten sie an der „Braut“ halt. Dabei handelt es sich um den Stamm mit dem höchsten Erlös. Die „Braut“ auf dem Platz stammte aus der FBG Arnstein für 1901€/fm bei 2,58fm. Der teuerste Stammt der FBG Rimpar war aus dem Gemeindewald Bergtheim mit 1569 €/fm bei 2,77fm. Sie brachte einen Erlös von 4346 Euro. Der Stamm mit dem größten Erlös aus dem Rimparer Gemeindewald ist eine Eiche mit einer Länge von 6,20 m und einem Durchmesser von 68 cm - insgesamt 2,25 Festmeter. Er brachte einen Erlös von 1531 Euro pro Festmeter und wird sich bald auf den Weg in ein Furnierweg in den Niederlanden machen.

Besonders interessant auch wer die Käufer sind. Sie kommen aus dem näheren Umkreis, aber auch aus den Niederlanden, Tschechien, Österreich und Frankreich. Letztere verwenden das Eichenholz oft für Weinfässer. Den Weinkennern ist „Barrique“ sicher ein Begriff. Er bedeutet „Fass“ und steht meist für Rotweine, die für eine gewisse Zeit in einem Eichenfass gelegen haben.

Na dann bei der nächsten Weinprobe auf die Geschmacksknospen achten, vielleicht ist es ein „Barrique“ aus einem Eichenfass mit Holz aus dem Rimparer Wald.

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Text und Fotos Nadja Kess

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