Markt Rimpar

„Insgesamt hat der Markt Rimpar eine Fläche von 728 ha Wald“, so Bürgermeister Bernhard Weidner. Ein guter Grund den diesjährigen Grenzgang als Waldgang durchzuführen. Siebener Obmann Paul Rind, die Siebener Ferdinand Grömling, Helmut und Michael Keidel führten Bürgermeister Bernhard Weidner, Marktgemeinderat Wolfgang Walter und Praktikant des Keidelhofs Valentin Mehlig entlang der Grenzsteine durch den Wald. Vorbei an den Gemarkungsgrenzen zu Güntersleben und Unterpleichfeld mit Rupprechtshausen und Burgrumbach wurden dabei bei bestem Wetter 10.89 km und 176 Höhenmeter in knapp drei Stunden überwunden.

 

Der Obmann erklärte dabei auch die verschiedenen Abkürzungen auf den Steinen: so ist beispielsweise noch auf vielen das Kürzel KW aus früheren Zeiten für „königlicher Wald“ zu finden. Dies entspricht dem aktuelleren heutigen StW für Staatswald. Befindet sich ein Waldteil in Rimparer Besitz, so ist dies durch R (Rimpar) bzw. RW (Rimparer Wald) gekennzeichnet. Auf einigen Steinen ist auch die Jahreszahl des Setzens zu sehen. Der älteste Rimparer Grenzstein ist lt. Obmann Rind aus dem Jahr 1694 – eine Besonderheit.

Vor dem Grenzgang hatten die Feldgeschworenen um Obmann Rind viel zu tun. So mussten die Grenzsteine gesäubert, umgekippte neu befestigt und die Wege u.a. von umliegenden Ästen freigeräumt werden. Überhaupt ist das Aufgabenfeld der Feldgeschworenen vielfältig. Sie wirken u.a. bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen mit, setzen Grenzsteine höher oder tiefer, wechseln beschädigte Grenzzeichen aus und entfernen Grenzzeichen. Dabei arbeiten sie eng mit dem Vermessungsamt zusammen.

Wie Obmann Paul Rind erzählt, gibt es auch ein sog. „Siebenergeheimnis“. Dabei kennzeichnen sie die Lage der Grenzpunkte mit geheimen Zeichen, die im Bereich des Grenzsteins in einer bestimmten Anordnung angelegt werden. An ihnen können die Feldgeschworenen erkennen, ob die Lage des Grenzsteins verändert wurde. Über die geheimen Zeichen müssen sie Stillschweigen bewahren und sie werden nur mündlich weitergegeben.

Die Bezeichnung „Siebener“ rührt daher, dass in der Regel sieben Feldgeschworene in der Gemeinde tätig sind. Durch die ungerade Zahl ist bei Uneinigkeit eine eindeutige Entscheidung möglich. Es ist das älteste kommunale Ehrenamt in Bayern und wird meist von Landwirten ausgeübt und oft an die nächste Generation „weitervererbt“.

Traditionell nahmen sonst auch die Schülerinnen und Schüler der Maximilian-Kolbe-Schule am Grenzgang teil. Für sie fiel er dieses Jahr pandemiebedingt leider aus.

 

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