Markt Rimpar

Mitte Dezember war es soweit. Der Forstsachverständige und Forstwirt Leo Egg übergab im Beisein der Leiterin Forsten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Würzburg Elfi Raunecker und dem Rimparer Förster Philipp Stamm den Forstwirtschaftsplan an Bürgermeister Bernhard Weidner.

Wie die Verantwortlichen berichteten, fanden die Geländeaufnahmen zur Forsteinrichtung im Laufe des Jahres 2020 bis Februar 2021 statt. Den Abschluss bildeten bestandsweise Relaskopaufnahmen zur Vorratsermittlung der Altdurchforstungs- und Endnutzungsbestände. Dabei handelt es sich um Aufnahmen mit einem Messinstrument zur Erfassung unterschiedlicher waldwachstumskundlich relevanter Kenngrößen, wie z.B. Brusthöhendurchmesser (BHD); Baumhöhen; Beschirmungsgrad.

Der Rimparer Wald bietet ein breites Standortspektrum mit vorherrschenden Muschelkalkstandorten. 96 Prozent seiner Fläche sind FFH-Gebiet, d.h. spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Lebensraumtypen (Habitaten) dienen. Von letzteren wurden im Rimparer FFH-Gebiet 65 Prozent ausgewiesen.

Der Wald sticht durch seine große Vielfalt an Baumarten heraus. Der Bestockungsaufbau wird auch durch Altersunterschiede oder die unterschiedliche Wuchsgeschwindigkeiten verschiedener Baumarten verursacht. Ein merklicher Anteil der Laubholzbestände haben ihre Herkunft im Mittelwald, einer historischen Waldbauform, die aus zwei Baumschichten besteht. Zum einen dem Oberholz, das alt werden darf, und dem Unterholz, das etwa alle 30 Jahre flächig als Brennholz geerntet wird. Ein anderer großer Teil hat eine plenterartige Entstehungsgeschichte, d.h. ein sich stetig verjüngender Dauerwald, in dem Bäume aller Dimensionen kleinstflächig bis einzelstammweise vermischt sind. Einzelne Bäume werden gefällt und so ein permanenter Hochwald geschaffen. Wie Egg weiter berichtete, liegt das Laubholz-Nadelholzverhältnis bei 83 zu 17. Bisher sind in der Fläche viele Bäume der Altersklasse II ( 20 – 40 Jahre), V (80 - 100 Jahre) und IX (von 180 - 200 Jahre) zu finden. Ein Großteil hat auch eine Verjüngungsnutzung bzw. Jungdurchforstung. Es gibt umfangreiche Vorausverjüngungsvorräte in den Endnutzungs-Beständen, die von der Buche, Hainbuche und Edellaubholz, wie z.B. Kirsche, Esche, Linde dominiert werden.

Der Holzvorrat 191 fm/ha-HB ist dabei gering, allerdings sind laufende Zuwächse um 5,2 fm/ha-HB zu verzeichnen.

Der ZE-Anteil an den Nutzungen ist dabei hoch. Derzeit liegt eine ungünstige Sorten-/ Güteklassenverteilung bei der Holzverwertung vor.

Nach Beendigung der Außenaufnahmen erfolgte die Erstellung eines Entwurfes des Forstwirtschaftsplanes. Die endgültige Fassung des Forstwirtschaftsplanes, bestehend aus dem Textteil, dem Waldpflege- und Nutzungsplan (Fällungsplan) sowie den dazu gehörenden Kartenunterlagen, wird nach der Zustimmung durch den Markt Rimpar und Genehmigung durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg von diesem für verbindlich erklärt werden.

In Zukunft soll die natürliche Entwicklungsdynamik in Richtung standortgemäßer, mischbaumartenreicher Laubholzbestockungen begünstigt werden. Außerdem sollen entsprechende Eichenanteile v.a. im Wege von Überführung und Pflege gesichert werden. Weiter will man die Vorausverjüngungen mit Mischbaumarten Edellaubholz (ELbh) anreichern. Die günstigen Mischungsverhältnisse in den Beständen der Jungpflege und Jungdurchforstung soll gepflegt und weitergewickelt werden, gut veranlagte Bäume will man ausreifen lassen. Wertvolle Strukturen mit „dicken Bäumen“ sollen erhalten und gepflegt werden. Insgesamt soll eine Nutzung unter der Zuwachsleistung zur weiteren Anhebung des Vorratsniveaus erfolgen.

Nach dem Bayerischen Waldgesetz sind Körperschaftswälder auf Grundlage von Forstwirtschaftsplänen zu bewirtschaften. Dabei begann die Laufzeit des letzten Forstwirtschaftsplanes des Marktes Rimpar am 01.01.1998. Zum Stand 01.01.2010 erfolgte eine intensive Zwischenrevision. Stichtag des neuen Forstwirtschaftsplanes ist der 01.01.2022. Er gilt für die Dauer von 20 Jahren, also vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2041. Nach Ablauf von 10 Jahren wird die untere Forstbehörde erneut überprüfen, ob eine vorzeitige Erneuerung oder eine Ergänzung des Forstwirtschaftsplanes erforderlich ist.

Text und Foto: Nadja Kess

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